Judenfeindlichkeit in Deutschland

Was können wir dagegen tun?

Diese Frage ist nicht rhetorisch gemeint. Ich erbitte Eure Ideen, Vorschläge und Gedanken dazu. Es geht mir hier nicht darum, was die Politik oder die staatlichen Behörden tun können. Was kann ich als Einzelperson tun?
Denn es geht mir unter die Haut, wenn in aller Öffentlichkeit Sprechchöre Juden niedermachen und mit dem Tod bedrohen. Bei einer Vielzahl von Corona-Demonstrationen kamen insbesondere antisemitische Verschwörungsmythen sowie Verharmlosungen des Holocaust zum Ausdruck. Viele Juden in Deutschland erleben Anfeindungen und Beschimpfungen im Alltag. Viele sagen, dass sie sich fremd im eigenen Land fühlen.

Antisemitismus prägte 2020 den Alltag von Juden in Deutschland. Das macht der neue Antisemitismusbericht deutlich. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 1.909 antisemitische Vorfälle registriert. Dabei handelte es sich um einen Fall extremer Gewalt, 39 Angriffe, 167 gezielte Sachbeschädigungen, 96 Bedrohungen, 1.449 Fälle verletzendes Verhalten sowie 157 antisemitische Massenzuschriften. Von den dokumentierten antisemitischen Vorfällen waren 677 Einzelpersonen und 679 Institutionen betroffen.
„Antisemitismus ist Judenhass und Judenfeindlichkeit, die sich aus unterschiedlichen Motivationen und Überzeugungen speist und immer wieder von Verschwörungsmythen verstärkt wird. Deshalb ist es leider nicht möglich, nur rational dagegen vorzugehen.“ erklärt Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung und Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen.
Der Angriff auf die Synagoge in Halle im Oktober 2019, ein Sprengsatz vor der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Thüringen im Januar 2020, Steinwürfe auf die Neue Synagoge in Essen im November 2020 – diese Vorfälle sind lediglich die Spitze eines Eisberges, unter dessen Oberfläche sich eine Vielzahl von Angriffen und Anschlägen auf Juden sowie jüdische und israelische Einrichtungen in Deutschland summieren. Hinzu kommt eine Vielzahl von verbalen Beleidigungen gegenüber jüdischen Mitbürgern, Verwüstungen und Schändungen jüdischer Friedhöfe und anderes mehr.

Für mich selbst habe ich erkannt: Ich brauche persönlichen Kontakt zu einem Juden! Sonst bleiben die Informationen aus den Medien theoretisches Wissen. Ich muss selbst emotional berührt werden, um in Bewegung zu kommen. Ich versuche zurzeit Kontakt zu einem Juden zu bekommen. Und ich habe vor, eine Synagoge im näheren Umkreis aufzusuchen.

Als Pastor im Ruhestand predige ich hier und dort. Am 08. Augsut 2021 bin ich im Albertinenhaus, einem Seniorenzentrum in Hamburg-Schnelsen, dran. Das ist der Israelsonntag, ein Sonntag im Kirchenjahr der Evangelischen Kirche in Deutschland, der das Verhältnis von Christen und Juden zum Thema hat. Anhand von Ester 3 will ich das Thema „Antisemitismus“ aufgreifen. Ich will dann auch auf das von mir rezensierte Buch hinweisen: „Nicht ohne meine Kippa“ (Autor: Levi Israel Ufferfilge).

Im Internet fand ich bei der Amadeu-Antonio-Stiftung folgende Anregungen zu meiner Frage: Was kann ich gegen Antisemitismus tun?

Benennen und widersprechen
Bei jedem antisemitischen Vorfall, ob strafrechtlich relevant oder nicht, gilt es, diesen als solchen zu benennen. Bei antisemitischen Vorfällen im öffentlichen Raum können Sie Flugblätter oder Leser*innenbriefe verfassen. Ob im eigenen Verein, im Gespräch mit Nachbar*innen oder politischen Funktionär*innen: Bei Positionierungen, die Sie als falsch oder gar menschenverachtend erachten, gilt es zu widersprechen. Nicht immer geht es darum, den oder die Gegenüber zu überzeugen. Wichtiger ist oft, gegenüber Umstehenden, die unsicher sind, deutliche Positionierungen, gute Argumente und eine klare Haltung zu zeigen. Gesellschaftlicher Zusammenhalt und demokratisches Miteinander sollten in den Vordergrund gerückt werden. Das gilt auch für den digitalen Bereich.

Siehe:

Dem stimme ich voll zu.
Und wie denkst Du darüber?

Helmut Schwarze
19. Juli 2021

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